Aufgrund der Empfehlung durch unsere Altlandsberger und der nicht genehmigten Wildcard für die deutschen Meisterschaften im Männerballett nahmen unsere Neo-Mountainbiker Robert Richter und David Weinreich am Wochenende beim MTB-Marathon in Biesenrode teil. Die Organisatoren sorgten perfekt für das Wohl der Sportler. So konnten wir schon am Samstag unser Lager auf dem umfunktionierten Sportplatz aufschlagen. Etwas später zum Kaffee besuchten wir ein Örtchen weiter die Velofanatics und genossen den Ausblick auf die Rammelburg, ohne Vorahnung was uns noch bevor stand. Um 18.00 Uhr startete nämlich das Auftaktbergzeitfahren in Aussicht auf Zeitbonifikationen für den MTB-Marathon am folgenden Tag. In Roberts Abwesenheit wurde schon einmal um seine Endzeit beim Bergzeitfahren gewettet. Beim Trudeln in das Dorf Biesenrode merkte David, dass das kleine Kettenblatt nach neuer Kette praktisch unfahrbar war. Auch die Jungs von der Bikeschmiede in Biesenrode konnten bis auf eine Feile zum Entgraten des verschlissenen Kettenblattes nicht helfen.

 

Um 18.00 Uhr ging es dann los zum Bergzeitfahren über 700 m mit einer durchschnittlichen Steigung von 9 %. Trotz der durch die Natur gegebenen Startrampe war die Schwungaufnahme eher eine Geschwindigkeitsabnahme, denn nach oben hin wurde der Anstieg immer steiler. Mit David im Blick zog Robert als dritter Starter los. Was Robert noch nicht wusste, wenn er unter 2 Minuten fährt, gewinnt David eine Wette. Knapp vor Robert kam David ins Ziel - Robert knackte natürlich die 2-Minuten-Marke und schmiss sich ins Feld. Der Perfektionist ärgerte sich darüber, dass er es nicht noch einen Gang schwerer gemacht hatte. Nach kurzer Verschnaufpause gesellten wir uns zu den Fahrerfrauen der Altlandsberger und allen Dorfbewohnern, die sich an der Strecke verteilt hatten, um die später startenden Velofanatics anzufeuern. Knapp, aber verdient, kam Robert mit einer Zeit von 1:59:30 min (Ja die Zehntel waren entscheidend!) auf den dritten Rang und erhielt dadurch eine 10-Sekunden-Zeitbonifikation. David gewann das vereinsinterne Duell um Zehntel gegen die Altlandsberger.

 

Am Abend ließen wir den Tag mit jeder Menge Kohlenhydrate und viel Spaß ausklingen, um am nächsten Tag fit zu sein.

 

Bei einem netten „Biker-Frühstück“, ebenfalls Bestandteil der Veranstaltung, konnten wir uns vor dem Start noch einmal etwas stärken. Allerdings hatte der Teamkollege Vadim (Team Fahrradhaus Richter) ein ähnliches Problem wie David und so gab es für beide noch eine extra Portion für die anstehenden Torturen. Glücklicherweise hatten wir uns nur für die 60 km-Strecke angemeldet, denn das Bergzeitfahren steckte uns irgendwie noch ganz schön in den Muskeln. Um 9.00 Uhr erfolgte dann der Start für die 90 km-Starter. Zwanzig Minuten später waren wir dann an der Reihe. Glückspilz Robert durfte durch seinen dritten Rang im Bergzeitfahren 10 Sekunden vor den anderen Teilnehmern des BZF und 40 Sekunden vor allen anderen starten. Damit konnte er sich für die ersten Meter aus dem Gedrängel halten und das Jubeln aller Dorfbewohner für sich alleine genießen. Die Lücke zu Robert wurde von den Favoriten ziemlich schnell zugefahren, sodass auch David den knallblauen Anzug auch mal von etwas näher betrachten konnte. Das änderte sich aber recht schnell wieder, denn David musste übersetzungsbedingt ja ein ordentliches K3-Training am Berg fahren. Robert zog also zumindest am Berg dem Großteil des Feldes davon.

 

David fand in seinem Teamkollegen Thomas Hauff (Velofanatics Altlandsberg) seinen Konkurrenten des Tages. In den Anstiegen hatte David die Nase vorn und im Flachen und vor allem in den Abfahrten, konnte Thomas die Meter wieder zu fahren. Ähnlich war es bei Robert, so konnte er in den Abfahrten staunen, wie man als „Nicht-Weichei“ einen solchen Singletrail hinunter ballert. Neben den vielen Anstiegen, Singletrails, Abfahrten und Schotterwegen kam ein Highlight kurz vor Ende der Runde. Die Wasserdurchfahrt durch die Wipper. Mit zu viel Respekt und einem viel zu leichten Gang wollte Robert liegenderweise doch fast eine Pause in dem schönen Gewässer machen, ehe er doch noch den richtigen Gang fand und ohne Päuschen aus dem Bach kam. Bei Davids Begleiter war das komplett anders herum, er war nämlich so schnell, dass er sich an einem Stein im Flussbett den Reifen aufschlitzte. So gingen Robert und David jeweils allein auf die zweite und letzte Runde. Im sehr professionell gestalteten Start-/Zielbereich und der darin liegenden Verpflegungszone konnten sich beide noch ein Gel erhaschen. Nach einigen Metern auf der zweiten Runde, konnte David seinen Augen kaum trauen, als er den blauen Anzug in geringer Entfernung noch einmal sehen konnte. Robert wollte ihn wohl wieder in der Hoffnung lassen, dass er gar nicht so schlecht ist. Das relativierte sich allerdings recht schnell, als Robert die Strecke dann besser einschätzen konnte und den Turbo zündete. Zum Schluss verpasste er die Top Ten ziemlich knapp und belegte Rang 12 (AK 9.). Für David wirkte die zweite Runde quasi unendlich – jeder Anstieg tat richtig weh. Trotz des Kettenblatt-Problems erreichte er den 22. Gesamtrang und in der AK U 23 den 1. Platz.

 

Nach dem Zieleinlauf war die Möglichkeit gegeben, unsere verhunzten Räder an der ebenfalls gestellten „Bike-Wash-Anlage“ wieder etwas zu säubern.

 

Im Schatten des Brandenburger Lagers konnten wir die weiteren Zieleinläufe bejubeln. Alle Brandenburger und Altlandsberger sind mehr oder weniger unbeschadet ins Ziel gekommen. Diese Veranstaltung im so unscheinbaren Ort Biesenrode setzte neue Maßstäbe in Sachen Wettkampf-Organisation. Uns hat es großen Spaß gemacht und an nichts, außer etwas Kraft in den Beinen, gefehlt. Weiter so!

 

D.W.