Die goldene Ananas…

Am vergangenen Wochenende machte sich ein kleines Grüppchen der Brandenburger auf den Weg ins Sachsenland nach Torgau. Kleiner Zwischenstopp im Nuthetal – Steffen wollte sich beim Nuthetaler Crosslauf, wie man so schön sagt, schon einmal eine Pfeife für den folgenden Tag anrauchen, was nach langer Verletzungspause zum 5. Gesamtplatz reichte. Da am Samstag Regen und Wind den Tag bestimmten, fiel das Anheizen auf dem Rad auch recht kurz aus. So konnten wir allerdings in der Pension gemütlich den Kampf um die Podiumsplätze der Vuelta verfolgen oder ein Mittagsschläfchen halten. Am Abend holten wir schon unsere Startnummern für den Folgetag und stärkten uns beim Italiener. Zum Leiden von Robert und Steffen wiederholte David zum wahrscheinlich 100. Mal die Taktik, die Schlüsselstellen und die Konkurrenten. Glücklicherweise bestätigte der doppelte Sieger des Heideradcups Thomas Hauff (Velofanatics Altlandsberg) das Gleiche am Telefon, denn durch eine Familienfeier hatte er keine Chance zur Titelverteidigung. Aus diesem Grund fehlte uns leider der 4. Fahrer für die Teamwertung der Renngemeinschaft BSC Süd 05/Velofanatics. Somit konnten wir alles auf den Podiumsgaranten aller Sportarten setzen, dem aber noch ein Podiumsplatz im Straßenrennen auf dem Palmarès fehlte. Das Rätsel ist nicht schwer, natürlich war Robert der Kapitän!

Am nächsten Morgen konnten wir durch die humane Startzeit von 11.45 Uhr in aller Ruhe Frühstücken, die Sachen zusammenpacken, die Startnummern am Trikot befestigen und David zum 101. Mal die Taktik sabbeln lassen, bevor es nach Torgau ging. Dort angekommen stellten Robert und Steffen fest, dass sie sich beide einen Platten eingefahren hatten – also haben wir das schnell noch behoben, bevor es ans Warmmachen ging. Das Startfeld der 70 km war mit fast 400 Teilnehmern auch das größte der Veranstaltung –glücklicherweise starteten wir aus dem Startblock A. Durch den starken Wind war der Start des Rennens relativ langsam. Zwar gab es einige Attacken, doch diese neutralisierten die eigenen Teammitglieder der jeweiligen Mannschaft meistens selbst, sodass sich Robert und Steffen, zumindest am Anfang noch etwas zurückhalten durften. David baute auf seine Streckenkenntnis und versuchte im ersten Drittel das Feld durch etwas Tempo an den Wellen das Feld lang zu machen. Auch Läufer-Ass Steffen konnte in der ersten Hälfte des Rennens mehrere Akzente setzen und sich im vorderen Teil des Feldes behaupten, während Robert sich weiter bedeckt hielt. Nach 35 km erwartete uns die Schlüsselstelle des Tages, ein Anstieg, der zwar nicht steil und lang war, dafür aber windanfällig und somit perfekt für die geplante Attacke unseres Kapitäns. Die Lücke ging schnell auf, zwei weitere Fahrer können ihm vorerst folgen – unter anderem Matthias Lechler vom Grebser Cyclingteam. Das Feld fiel infolge der Attacke in viele kleine, lang gezogene Gruppen. Steffen und David konnten sich dabei vorne halten und mithilfe von Benjamin, ebenfalls Grebser Cyclingteam, das Tempo etwas verschleppen. Doch das wohl stärkste Team des Tages – Lucky Bike Team – hatte noch keinen Fahrer in der Gruppe und somit folgten immer wieder Angriffe, komischerweise auch, wenn sich schon ein Teammitglied auf der Jagd zur Spitzengruppe befand. So dauerte es eine Weile, bis ein Fahrer des Teams nach vorne kam. Im Feld gab es allerdings immer noch einige Fahrer, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatten und mit aller Kraft versuchten die Gruppe zurückzuholen. Währenddessen konnten die Ausreißer in gleichmäßig hohem Tempo ihren Vorsprung ausbauen, auch wenn sich von den vier Fahrern an der Spitze, lediglich drei an der Führungsarbeit beteiligten. Als klar war, dass Robert und seine Mitstreiter durchkommen werden, sah man im vorderen Teil des Feldes Fahrer, die es sich nach 69 km Windschattenfahren im Sprint um die Goldene Ananas noch einmal beweisen wollten.

Mit einer guten Minute Vorsprung ging die Führungsgruppe um Robert auf die Zielgerade – Sascha Böhm vom Lucky Bike Team eröffnete den Sprint früh, Robert konnte mitgehen und zog seinen Spurt wenige Meter zu spät an, sodass er etwa um eine halbe Radlänge geschlagen wurde. Matthias Lechler verpasste das Podium unverdient knapp, da der vierte Mitfahrer der Gruppe, der sich nicht an der Führungsarbeit beteiligte, wohl doch noch sprinten musste. Beim Einrollen des Verfolgerfeldes, belohnte sich Steffen mit dem 3. Platz der Altersklasse Männer für die starke Teamarbeit. David kam zwar gut nach vorn, wurde aber zum Schluss eingebaut, sodass es nur zum 5. Rang der Altersklasse reichte.

Auf dem Festplatz konnten wir bei Sonnenschein und ausgezeichneter Zielverpflegung den Podestplatz für Robert feiern, das Rennen auswerten und uns mit bekannten Gesichtern austauschen. Für uns eine Veranstaltung die Maßstäbe setzte – eine komplett abgesperrte Strecke, die auch noch selektiv und abwechslungsreich war; eine Zielverpflegung, die keinen Wunsch offen ließ und eine super Stimmung! Einzig und allein die Ehrung der Platzierten hätte etwas ausführlicher ausfallen können – bei weit über 300 Startern sollte nicht nur der erste einer Altersklasse auf das Podest gerufen werden. Somit durften trotz zwei Podestplatzierten nur Robert als Gesamt 2. auf das Podium steigen. Für Steffen gab es als „Trostpreis“ allerdings 2,5 Liter alkoholfreies Hefeweizen von der Zielverpflegung, auch wenn uns ein Pokal lieber gewesen wäre.

Trotzdem sind wir sehr zufrieden und stolz auf die gezeigten Leistungen – so kann es weitergehen!

D.W.