Eröffnung der Freiluftsaison 2017

Nach der Jahreshauptversammlung vom 27. Januar ging es daran, den  nächsten Termin des Vereinskalenders mit erweiterter Teilnehmerschar zu absolvieren: Winterwanderung mit Anhang + „Kind und Kegel“. Abgesehen von einigen krankheits- und dienstbedingten Ausfällen fanden sich 44 Große und Kleine „winterverpackt“ ein. Außer Robert Richter und David Weinreich, sie blieben sich auch dieses Mal treu und nutzten die winterlichen Temperaturen für eine Trainingseinheit, indem sie den Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten mit dem Rennrad ansteuerten!

Der Baumkronenpfad zum einen ein neues Naturziel in unserer näheren Umgebung, zum anderen ein Ausflug in unsere regionale Geschichte. Und da hat man sich unter der Marke „Baum & Zeit“ wirklich ein Alleinstellungsmerkmal einfallen lassen! Auf Augenhöhe mit den Baumkronen und dem 40 Meter hohen Turm bot sich uns ein schaurig-schönes Bild: vom 2. Weltkrieg zerstörte Sanatoriumsgebäude mit herausgewachsenen Bäumen inmitten des Heidewaldes bei Beelitz.

Großartig und breitflächig angelegt in der Kaiserzeit zwischen 1898 bis 1908 als Heilstätte für Tuberkulosekranke. War es für uns Nachgeborene ein Beweis, was eine Solidargemeinschaft bewirken kann und es war doch dank der Bismarckschen Sozialversicherung eine Investition der Berliner Landesversicherungs-Anstalt (LVA).

Solide gebaut für die Ewigkeit wurde wie vieles, auch dieser Komplex, ein Zeitdokument für herbeigeführte und verlorene Kriege. Nach dem 1. Weltkrieg bereits zum Lazarett geworden bekam die Einrichtung den Todesstoß mit den Kämpfen um Hitlers Endsieg gegen die Rote Armee. Diese nahm dann den noch funktionierenden Teil während ihrer Besatzungszeit von 1945 bis 1994 als Militärkrankenhaus in Besitz.

Gingen unsere Radsportler/-innen mit ihrem Anhang um eine Erkenntnis reicher von diesem Teil der Anlage, war es andererseits positiv aufzunehmen, dass seit 1998 (Eröffnung der neurologischen Reha-Klinik) diese Einrichtung weiter leben sollte.

Reich an Eindrücken aber winterlich kalt – bei schönstem Sonnenschein – freuten sich nun alle auf den nächsten Tagesordnungspunkt: Kaffeetrinken in den Jakobs-Höfen Schäpe, einem Beelitzer Ortsteil. Hier wurden wir bestens organisiert bereits erwartet. Und das darf man einen krönenden Abschluss nennen, wenn bei Kaffee & Kuchen Aufwärmung und Gedankenaustausch die Stimmung steigt. So kann man resümieren, dass alles wieder eine gelungene Aktion für das Vereinsleben war.

Für weitere Eindrücke sorgen die beigefügten Fotos von Torsten Zacharias.

H.C. Fauth

 

Bilder