Freitag Nachmittag – Feierabend! Auf geht´s zum letzten Straßenrennen der Saison nach Sellin auf Rügen. Nach der langen Saison mit vielen Höhepunkten und Erfolgen hatten sich Robert Richter und David Weinreich (beide BSC Süd 05) einmal mehr einiges vorgenommen. Die Autofahrt in den Norden gestaltete sich schwerer als gedacht, denn dank Staus, Baustellen oder heikle Fahrmanöver anderer Verkehrsteilnehmer waren wir ziemlich glücklich, als wir endlich auf der größten Insel Deutschlands angelangt waren. Traditionsgemäß waren dort auch unsere Freunde aus Altlandsberg, die auch dieses Jahr wieder Saisonabschluss auf Rügen hatten. Bei alkoholfreiem Gerstensaft konnten wir die Saison auswerten und über andere Themen, als immer nur Radsport, sprechen, ehe es endlich zu Bett ging.

 

Am Samstag trafen wir uns nach ausgiebigem Frühstück zu einer kleinen Einrollrunde – hierbei konnten wir uns nochmal die Strecke anschauen, Taktik besprechen und etwas von den alten Hasen lernen – „keine Trinkflasche unter 100 km!“ Dank des kurzen Mittagsschlafs trotzten wir nur so vor Müdigkeit, der kleine Spaziergang zur Startnummernausgabe sollte helfen. Zum Abendessen folgte der nächste Spaziergang mit 20 % Steigung und Gefälle – keine guten Voraussetzungen für einen fußfaulen Radfahrer. Dadurch schmeckte der Fisch aber viel besser!

 

Der Ironman-Krimi auf Hawaii raubte uns etwas Schlaf, trotzdem war die Motivation groß, die Sonne schien und die Beine gut, zumindest bei Robert. So starteten wir um 10 Uhr zum Warmmachen. Kurz vor 11 Uhr ging es dann in die Startaufstellung – gewohnt groß war das Gedrängel. Obwohl der scharfe Start erst unten im Dorf erfolgte, damit der holprige Weg über die Wilhelmsstraße hinunter nicht zu gefährlich ist, kämpfte der ein oder andere um jeden Zentimeter. Unten im Dorf hatten wir noch drei Minuten, um etwas Gewicht abzulassen und noch einmal tief Luft zu holen, bevor der Start(ruf) erfolgte. Ohne zittern, tauben Gliedmaßen und dicker Klamotte, sondern in kurz/kurz und bei Sonnenschein ging es auf die 54 km. Die Startphase war gewohnt hektisch. Robert hielt sich bedeckt, David dort, wo er Wind spürte und den Stürzen entkommen konnte. Ziel war es Robert für die Teamwertung aus dem Feld zu jagen und mit Thomas Hauff (Velofanatics Altlandsberg) und David aus dem Feld in den Spurt, die Wilhelmsstraße hoch herein zu halten. Attacke um Attacke wurde gefahren und wieder gekontert. Vor allem Gunnar Sieg (pink project), der ohne ein einziges Teammitglied am Start war, fuhr quasi Dauerführung – Attacke, Konterattacke und Führungsarbeit. Auch nach einem Sturz, von denen es reichlich gab, war er nach 3 km wieder in der Führungsgruppe. So konzentrierten sich fast alle nur auf ihn, sodass ein wegfahren quasi unmöglich war. In der Zeit wollte David einen Schluck aus der Flasche nehmen, die beim Ansetzen brach – wenn er die Kraft auch in den Beinen hätte… 25 km vor dem Ziel probierte Robert trotzdem die angestrebte Taktik durchzuziehen. Im ersten Moment sah es so aus, als käme er mit ein paar weiteren Favoriten davon. Doch das Unterfangen war recht schnell wieder beendet. Immer wieder fuhr Robert einige Attacken und das Feld wurde infolgedessen sichtbar kleiner. Auch David spülte es 8 km vor dem Ziel irgendwie nach vorn. Mit Robert am Hinterrad probierten sie nochmal eine Gruppe zu initiieren, doch wieder war es Gunnar Sieg, der die Lücke schloss. So mussten wir es auf das Finale ankommen lassen. Robert schaffte es als erster die letzten beiden Kurven zu nehmen, dicht gefolgt von Thomas. David war leider eingebaut und musste von ganz hinten versuchen wieder nach vorn zu kommen. Den Spurt um den ersten Platz gewinnt der so überlegende Gunnar Sieg knapp vor Robert. Das Podium komplettierte der Titelverteidiger Maik Schapelt (Radmitte Straßenteam). Thomas wird starker 7. – nun lag es an David, ob es für die Teamwertung reicht oder nicht. Doch mit 0,64 Sekunden Vorsprung schafften wir den Sprung auf das oberste Treppchen der Mannschaftswertung. Die Krönung war Robert sein 1. Platz in der Altersklasse, also dreimal Podium für ihn!

 

Nach der Heimreise konnten wir den Erfolg und das Saisonende also verdient feiern und drauf anstoßen!

 

D. W.