Bergzeitfahren mit Sondergenehmigung!

 

Am vergangenem Wochenende fand das 6. Kotzener Bergzeitfahren statt. Die Corona-Auflagen wurden von den Mitgliedern der Abteilung Radsport des BSC Süd 05 hervorragend umgesetzt. Aber auch die 117 Teilnehmer hielten sich an die verordneten Abstands- und Hygieneregeln – denn letztlich waren alle glücklich sich endlich wieder sportlich messen zu können.

Nachdem der amtierende deutsche U23-Meister Miguel Heidemann nicht anreiste, stellte sich nur eine Frage. Konnte in diesem Jahr Sascha Dittfurth (SV Kloster Lehnin) dem Vorjahressieger den Titel streitig machen? Nein, Tino Beck (Maxim Magdeburg) hatte auch 2020 mit rund 9 Sekunden Vorsprung wieder die Nase vorn. Die Rennstrecke über gut 12 km, davon 6 km auf einem welligen Terrain, bewältigte er in einer Zeit von 16:23,715 Min., was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,01 km/h entspricht. Der 3. Platz ging an Silvio Pusch vom Team Standert.

Bei den Frauen konnte Sam Sandten, von den Wheel Divas aus Berlin, wieder an ihre Leistungen aus dem letzten Jahr anknüpfen. Sie siegte in einer Zeit von 18:25,684 Min. – und damit als einzige Frau in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 40 km/h. Auf den folgenden Plätzen folgten Lotta Schoenemeyer und Marie Lagershausen (alle Wheel Divas).

Auf Grund der Corona-Einschränkungen wurden mit Beginn der Radsport-Saison 2020 bisher alle Wettkämpfe abgesagt. Das Bergzeitfahren des BSC Süd 05 war weit und breit die erste Veranstaltung, die wieder genehmigt wurde. Dafür sind die Radsportler den Behörden vom Havelland sehr dankbar. Aber dieses Einzelzeitfahren sprach sich auch schnell rum. So reisten starke Fahrer aus ganz Deutschland an. Das machte es für die regionalen Hobbyfahrer natürlich nicht einfacher. Aus Sicht der Abteilung Radsport des BSC Süd 05 hatte lediglich Sarah Hoffmann der Berliner Übermacht etwas dagegen zu setzen. Von den 20 teilnehmenden Frauen belegte sie einen starken 6. Platz, vor Maria Janeck, ebenfalls aus der Stadt Brandenburg.

Für die Süd-Herren gab es wie im Vorjahr leider keine vorderen Plätze. Dafür eine interne „Vereinsmeisterschaft“, die Christian Fehlberg klar für sich entscheiden konnte - gefolgt von Martin Vogel und Niklas Lehrling. Alle drei eilten immerhin noch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 37 km/h über das Hohe Rott - zwischen Kotzen und Nennhausen.

Letzterer ist übrigens erst 17 Jahre jung und seit dem 1.6.2020 Mitglied beim BSC Süd 05. Seine tolle Leistung konnte er auf einem ganz besonderen Fahrrad erzielen. Niklas Lehrling fuhr nämlich auf dem Rennrad des im vorigen Jahr verstorbenen, langjährigen Süd-Mitgliedes Klaus Grätsch. Die Witwe des Radsportlers und zugleich am vergangenen Sonntag auch Helferin, hatte ihm das Rad günstig abgegeben. So lebt Vereinsarbeit in der Abteilung Radsport!

Auch gab es sehr viel Lob von den Teilnehmern für das Engagement der Organisatoren in Vorbereitung und Durchführung des Radrennens. So hatten ein halbes Dutzend aktiver Fahrer als Anerkennung sogar auf die Auszahlung des Transponderpfandes verzichtet. Dafür möchten sich die Radsportler vom BSC Süd 05 noch einmal herzlich bedanken. Aber auch bei den Freiwilligen Feuerwehren Kotzen und Barnewitz, die uns kurzfristig bei der materiellen Absicherung der Veranstaltung unterstützten. Und nicht zu vergessen unsere Sponsoren, wie die Brandenburger Bank, Allianz-Vertretung David Müller, Druckerei Henry Bertz, Radsport Bert, Autohaus Weinreich, Edeka Schmidt, KRA.F.T-SERVICE GmbH, Therapiezentrum Promnitz und J.S.F. Hausbau GmbH, ohne denen es nicht möglich wäre solche Veranstaltungen durchzuführen – vielen Dank!

 

Henry Bertz

Abteilungsleiter Radsport

 

 

Zweikampf um den Bergtitel

 

Rhinsmühlen. Das Kotzener Bergzeitfahren des BSC Süd 05 entwickelt sich langsam zu einem Duell zwischen dem Brandenburger Sascha Dittfurth und dem Magdeburger Tino Beck. Siegte Dittfurth vom Team Radkampf 2018 vor Beck, drehte Beck den Spieß 2019 um. Und auch am Sonntag hatte Beck knapp die Nase knapp vorn. Zumindest hält Sascha Dittfurth weiterhin den Streckenrekord von 16:21,342 Minuten aus dem Jahre 2017. Voriges Jahr war ihm Beck jedoch mit 16:21,749 sehr nahe gekommen.
Dabei hatte es im Vorfeld nach deutlich mehr Spannung ausgesehen. Denn mit Miguel Heidemann hatte sich der deutsche U23-Meister von 2019 aus Trier angesagt. Doch der reiste kurzerhand nicht an und sorgte so für lange Gesichter. Und da hatte man bei der Vergabe des Siegerpokales auch noch mit dem Brandenburger Dominic Weinreich gerechnet. Doch Weinreich, der dieses
Jahr für ein Rostocker Bundesligateam startet, musste wegen Krankheit passen. Die hiesigen Athleten, die sonst vielleicht in die TOP 20 fahren, mussten sich zumeist weiter hinten einordnen.
Denn zu diesem ersten Radwettkampf nach den harten Corona-Einschränkungen weit und breit, waren starke Fahrer aus ganz Deutschland angereist. So auch Nils Brüggemann aus Wassersuppe bei Rathenow. Der Triathlon-Langdistanzler lebt mittlerweile in Freising bei München und fuhr von dort die 600 Kilometer in zwei Etappen mit dem Rennrad nach Wassersuppe, mit dem er dann unter der Woche noch kurz mal nach Warnemünde fuhr. Mit diesem normalen Rennrad landete er am Sonntag immerhin auf Platz neun.
Da hatte die Konkurrenz ganz andere Technik unter dem Hintern, waren die unterschiedlichsten Zeitfahrmaschinen zu sehen. Ganz anders bei Niklas Lehrling. Der 17-Jährige ist das jüngste Mitglied bei den Radsportlern des BSC Süd 05. Er bestritt seinen ersten Wettkampf. Und das auf einem ganz besonderen Fahrrad. Er fuhr auf dem Rennrad des im vorigen Jahr verstorbenen
Süd-Mitgliedes Klaus Grätsch. Annette Grätsch, Witwe des Radsportlers und zugleich am Sonntag Helferin, hatte ihm das Rad günstig abgegeben.
Bei den Frauen siegte übrigens Sam Sandten vom Bundesliga-Team der Wheel Divas aus Berlin, das in Mannschaftsstärke angereist war. Auch die Damen mussten natürlich die 12,3 Kilometer Strecke von Rhinsmühlen bis kurz vor Nennhausen und wieder zurück bewältigen. Zwei Drittel der Strecke sind flach, doch die knapp zwei Kilometer vor dem Wendepunkt – Höhepunkt ist der Kotzener Berg – haben es in sich. Während sich hinzu die Fahrer gewaltig quälen müssen, werden abwärts 80 km/h und mehr erreicht. Sehr positiv sah der Veranstalter die Tatsache, dass es am Sonntag so gut wie kein Auto auf der vollgesperrten Straße gab. Und, so das positive Fazit, auch keinen Sturz.
117 Starter, darunter 61, die das erste Mal dabei waren, konnte der BSC Süd 05 am Ende in Rhinsmühlen begrüßen. 123 hatten sich im Vorfeld angemeldet.
„Es gab sehr viel Lob für unser Engagement“, so der Sektionsvorsitzende des BSC Süd 05 Henry Bertz. Als Anerkennung hätten ein halbes Dutzend Fahrer sogar auf die Auszahlung des Transponderpfandes verzichtet. Wegen der Hygienevorschriften fand die Siegerehrung ein wenig anonym statt, trugen dabei alle eine Maske. Für sie gab es jedoch nicht die gewohnten Pokale, da
die nicht rechtzeitig eingetroffen waren. Am Vorabend der Veranstaltung hatte Henry Bertz noch reagiert und kreative Ersatz-Trophäen organisiert. „Die wurden gut angenommen“, so Bertz.
Auch Christian Fauth, der zuvor mit Christian Petersen die Veranstaltung moderiert hatte, musste übrigens bei der Siegerehrung nach vorne. Der seit über 20 Jahren im Verein tätige Klein Kreutzer, der von 2007 bis 2015 auch als Abteilungsleiter fungierte, erhielt für seine Verdienste um den Radsport im Land Brandenburg die BRV-Ehrenmedaille in Silber.
Und Corona? Die Fahrer nahmen die Einschränkungen ohne zu murren hin, wurden die Vorschriften weitgehend eingehalten. Und wenn dann doch einmal eine Gruppe zu eng beieinander stand, gab es vom Aufsichtspersonal einen kurzen Hinweis. „Wir müssen uns beim Gesundheitsamt und beim Amt Nennhausen bedanken, dass sie uns das nötige Vertrauen entgegengebracht haben“, so ein zufriedener Henry Bertz.

 

Markus Alert