15. Barnewitzer PZF

 

Beim 15. Paarzeitfahren des BSC Süd 05 mit Start und Ziel im  havelländischen Barnewitz gab es in diesem Jahr ein Novum. Erstmals nahmen sieben Sportler mit Handicap an dem Radrennen teil. „Wir wurden angefragt und haben es schließlich auch möglich gemacht“, sagte der Abteilungsleiter des BSC Süd 05, Henry Bertz. Vermittelt hatte dies Süd-Mitglied Jens Woelke, der nach einem Schlaganfall auch beeinträchtigt ist. So war am Sonntag mit Kerstin Brachtendorf nicht nur eine paralympische Medaillengewinnerin, sondern mit Maike Hausberger auch eine international erfolgreiche Paratriathletin und Paralympics-Teilnehmerin am Start. Kerstin Brachtendorf hatte erst vor knapp zwei Wochen Bronze beim Zeitfahren in Tokio gewonnen. Sie startete gemeinsam mit Fabian Rehfeld, der beim BSC Süd 05 und auch in Grebs Mitglied ist. Beide fuhren in dem starken Feld unter 57 Paaren in 26:51 Minuten über die 19 Kilometer auf den sehr guten Platz 19. Die 49-jährige Brachtendorf arbeitet übrigens von Oktober bis April auf Gran Canaria als Mountainbike-Guide. Maike Hausberger und Vanessa Laws, beide

ebenfalls Mitglied im Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein, landeten als „Turbo-Mädels“ im Gesamtfeld in 30:24 Minuten auf dem 49. Platz. Für sie gab es bei der Siegerehrung den Pokal für das schnellste Frauen-Duo. Etwas über eine Minute langsamer war das aus Sarah Hoffmann und Mareen Höntze bestehende Gespann des BSC Süd 05. Zwei Paare starteten außer Konkurrenz, da sie die Strecke mit Handbikes und Dreirädern bewältigten.

Das Favoriten-Duo Sascha Dittfurth und Tino Beck (Radkampf Lehnin/Magdeburg) war wie erwartet nicht zu schlagen. Beide haben schon mehrfach das Kotzener Bergzeitfahren und andere Einzel-Radrennen gewonnen, sind beide starke Zeitfahrer. Die beiden Radsportler benötigten 23:39 Minuten und fuhren somit einen Schnitt von 47,53 Stundenkilometer. Im vorderen Drittel des Feldes landeten am Ende  ausschließlich auswärtige Paare, haben inzwischen ambitionierte Radsportler die hiesigen Radrennen für sich entdeckt, während die einheimischen Hobbyfahrer auf Starts verzichten. Bestes Duo aus der Region war auf Platz 20 Michael Zemke/Alexander Kunert vom SV Kloster Lehnin. Direkt dahinter landete das Gastgeber-Gespann Dirk Falkenhagen und Nicholas Zaher.

Während sich Organisator Henry Bertz über die Zuschauer in Garlitz, die sich vor die Häuser gesetzt und die Fahrer angefeuert hatten, freute, ärgerte er sich über knapp 60 Autofahrer. „Die haben die überall aufgestellten Absperrungen einfach ignoriert und so die Sportler in Gefahr gebracht“, berichtete Henry Bertz empört. Auch, weil der Verein mehrere 100 Euro für die Straßensperrung bezahlen musste, die am Ende nicht von der Polizei durchgesetzt wurde.

Da der Havelcup in diesem Jahr wieder nicht stattfand, hatte der BSC Süd 05 einen Süd-Cup für seine drei Rennen – Rund um den Alten Weber, Bergzeit- und Paarzeitfahren – auf die Beine gestellt. Sam Sandten und Anne-Christin Martinsohn gewannen die beiden Altersklassen bei den Frauen. Die Männer-Pokale gingen bei der Siegerehrung an Carl Fellenberg, Michael Zemke, Andreas Schubert und Klaus Müller.

 

Marcus Alert